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Gladbeck: Judith Merchant und „Aprikosenkind“

Eine Veranstaltung im Rahmen der Gladbecker Lesetage

Die sechsjährige Ruby ist ein besonderes Mädchen: in sich gekehrt, still, langsamer als andere Kinder. Nathalie widmet Ruby ihre ganze Aufmerksamkeit und hat viel für sie aufgegeben. In ihrem neuen Zuhause auf dem Land soll Ruby endlich aufblühen. Doch dort geschehen seltsame Dinge. Fenster und Türen stehen plötzlich offen, die anderen Eltern fangen an, sich komisch zu benehmen. Ihr Mann Gabriel versucht unerschütterlich, Nathalie zu beruhigen, doch sie fühlt sich in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr sicher. Eines Tages malt Ruby ein Bild, das alles verändert. Und Nathalie muss sich fragen, welchen Preis sie für ihr Glück zu zahlen bereit ist.

Ein Thriller zum Mitentscheiden

Nur die erste Szene aus „Aprikosenkind“ liest Judith Merchant bei jeder Veranstaltung in derselben Form. Anschließend entscheidet das Publikum, wie die Geschichte weitergeht: Welche Figur wird verfolgt? Welche Tür geöffnet? Welchen Hinweisen wird vertraut? So wird das Publikum selbst Teil der Lesung.

Für dieses besondere Veranstaltungsformat hat Judith Merchant zusätzliche Szenen geschrieben, die nicht im Roman enthalten sind. Dadurch entsteht bei jeder Lesung ein neuer Verlauf – und jede Veranstaltung wird zu einem einmaligen Erlebnis.

DIE AUTORIN

Judith Merchant ist Literaturwissenschaftlerin und unterrichtete zehn Jahre lang Creative Writing an der Universität Bonn. Heute arbeitet sie als Dozentin und Moderatorin für alles, was mit Büchern zu tun hat, und leitet fünf Lesezirkel. Für ihre Kurzgeschichten wurde sie zweimal mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Nach der Veröffentlichung ihrer Rheinkrimi-Serie erschien 2019 der Thriller „Atme!“ bei Kiepenheuer & Witsch und wurde zum Bestseller. 2021 folgte „Schweig!“.

Gladbeck: Lisa Roy und „Alles ist Gold“

Eine Veranstaltung im Rahmen der Gladbecker Lesetage 2026

Zwei Frauen, ein Roadtrip und die Frage: Worin liegt der Sinn im Leben? Lisa Roy fängt das Lebensgefühl der Millennials ein und erzählt ebenso lakonisch wie warmherzig von der Suche nach Sinn und Zugehörigkeit, nach Glauben, Familie, Liebe und Freundschaft in einer unübersichtlich gewordenen Welt.

Jana Doktor ist fast dreißig, frisch getrennt und vorübergehend wieder bei ihren Eltern eingezogen. Die Promotion dümpelt vor sich hin, nach einem One-Night-Stand ist sie schwanger, alles also gerade nicht so Gold. Ihren Bruder, den einzigen ihr nahestehenden Menschen, mag sie diesmal nicht ins Vertrauen ziehen, er ist gerade Vater geworden. 

In einem Kölner Imbiss begegnet Jana einer Frau, die ganz anders ist als sie: selbstbewusst und klar. Aber auch Miral steht an einem Wendepunkt. Spontan begeben sich die beiden Frauen auf einen Roadtrip nach Italien, die für Jana nach einem heimlichen Schluck Weihwasser ein unerwartetes Erlebnis bereithält: eine Epiphanie? Oder verliert sie allmählich den Verstand?

DIE AUTORIN

Lisa Roy wurde 1990 in Leipzig geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Sie studierte in Dortmund und Köln und veröffentlichte in verschiedenen Literaturzeitschriften und Anthologien. Für die Arbeit an ihrem ersten Roman Keine gute Geschichte erhielt sie 2021 das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln und den GWK-Förderpreis Literatur. Lisa Roy lebt mit ihrer Familie in Köln.