`

Die Ausgezeichneten beim Literaturpreis 2026

In der Mathias-Jakobs-Stadthalle in Gladbeck wurden der Hauptpreis, der Förder- und der Ehrenpreis vergeben. Der Gala-Abend wurde im Jubiläumsjahr moderiert von Max Moor und war bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Der Hauptpreis

Den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis des Literaturpreis Ruhr bekommt Sarah Jäger für ihren Jugendroman "Das Feuer vergessen wir nicht".



Garrelt Duin, Regionaldirektor des Regionalverband Ruhr, übergab den Preis in der Mathias-Jacobs-Stadthalle in Gladbeck. Die Essenerin setzte sich bei ihrer dritten Nominierung gegen die vier Mitnominierten Uwe Carow („Im Dunkeln zu Hause“), Denis Pfabe („Die Möglichkeit einer Ordnung“), Patrik Peyn („die leere in der orangerie“) und Vera Zischke („Pina fällt aus“) durch.

Sarah Jäger erzählt in „Das Feuer vergessen wir nicht“ in ebenso poetischer wie glaubwürdiger Sprache von der 17-jährigen Ari, ihren engsten Freunden Mirjam und Milan und ihrer ersten Liebe. Beim Vorlesen in einem Altenheim begegnet Ari Flint, der dort Sozialstunden ableistet. Als eine Bewohnerin vom Streik der Londoner Streichholzarbeiterinnen im Jahr 1888 erzählt, beginnt Ari, neu über ihr eigenes Leben nachzudenken.

Jürgen Brôcan würdigte in seiner Laudatio besonders die einfühlsame und sinnliche Wahrnehmung der jungen Figuren. Jägers Roman stelle Fragen, ohne vorschnell zu urteilen, und bewahre trotz aller Konflikte ein utopisches Moment. Ihre Bücher seien „große Literatur, stilistisch elegant und stets originell konstruiert“ – und ließen die Grenze zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur durchlässig werden.

Sarah Jäger lebt und arbeitet im Ruhrgebiet, zuerst als Call-Center-Agentin, später als freiberufliche Theaterpädagogin. Seit 2016 ist sie Buchhändlerin. Für ihren Roman „Nach vorn, nach Süden“ erhielt sie unter anderem den „Luchs des Monats“ der ZEIT sowie das Kranichsteiner Jugendliteraturstipendium und stand auf der Shortlist des Literaturpreis Ruhr. Ihr zweiter Roman „Die Nacht so groß wie wir“ war für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 nominiert und wurde an mehreren Theatern aufgeführt. Mit ihrem vierten Roman „Und die Welt, sie fliegt hoch“ erhielt Sarah Jäger den Deutschen Jugendliteraturpreis 2025.

RVR-Regionaldirektor Garrelt Duin:

Der Literaturpreis Ruhr zeichnet nun bereits seit 40 Jahren herausragende literarische Werke aus, die das Ruhrgebiet in all seinen Facetten beschreiben. Dass mit Sarah Jägers Roman „Das Feuer vergessen wir nicht“ ein mitreißender Roman für Jugendliche den Hauptpreis gewinnt, freut mich ganz besonders. Wer junge Menschen fürs Lesen gewinnen will, muss ihnen gute Geschichten geben – und dafür sorgen, dass diese Geschichten gesehen werden. Das ist Aufgabe des Literaturpreises Ruhr: Die Bücher zu entdecken und ins Schaufenster zu stellen!

Die Laudatio von Jürgen Brôcan

Der Förderpreis

Den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis bekommt Ajda Coşar für ihren Text "Nimmersatt".


„Nimmersatt“ ist ein mehrsprachiges Prosagedicht und poetisches Programm zugleich: Das lyrische Ich hungert nach Worten und verschlingt Sprachen, Gesprächsfetzen, Alliterationen und Sprachnachrichten. Deutsch verbindet sich unter anderem mit Türkisch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. So entsteht eine selbstbewusste, vielstimmige Literatur, die Raum beansprucht und gehört werden will. Die Förderpreisjury überzeugten die Vielsprachigkeit und die große Energie des Textes. Coşars Lyrik greife Erfahrungen einer vielsprachigen Einwanderungsgesellschaft auf und frage zugleich danach, welche Sprachen als literarisch wertvoll wahrgenommen werden. Karin Yeşilada von der Ruhr Uni Bochum würdigte in ihrer Laudatio die „furchtlose Haltung“, die „Klarheit und Tiefe“ sowie die zugleich „rotzig-frische, nachdenklich-zarte“ Sprache der Autorin.

Der Ehrenpreis


Till Beckmann erhielt den undotierten Ehrenpreis für seine besonderen Verdienste um die Literatur im Ruhrgebiet.


Der 1985 in Recklinghausen geborene Schauspieler, Autor, Regisseur, Moderator und Veranstalter initiierte Wettbewerbe für junge Ruhrgebietsliteratur, gab Anthologien heraus und schuf mit den „Ruhrpoeten“ eine Plattform für neue Stimmen. Er bringt Literatur als Bühnenprogramm, Film, Hörspiel, Performance oder Audiotour an ungewöhnliche Orte. Gemeinsam mit seinem Bruder Nils Beckmann und Adolf Winkelmann schrieb er das Drehbuch zum Spielfilm „Junges Licht“ nach Ralf Rothmann; mit Jennifer Ewert entwickelte er die Audiotour „Overhausen – Ralf-Rothmann-Wege“.

Sein Bruder Nils Beckmann hebt in seiner Laudatio hervor, Till verstehe Literatur nicht als Bühne für sich selbst, sondern als Raum für alle, die mitmachen wollen. Neugier, Hingabe und die Förderung neuer Anfänge zeichneten seine Arbeit aus. Sowohl Adolf Winkelmann, als auch Lina Beckmann und Charly Hübner gratulierten in einer Videobotschaft; Ralf Rothmann schickte seine Glückwünsche per Brief, aus dem Nils Beckmann zitierte.

Der Ehrenpreis besteht aus einer Skulptur des Künstlers Peter Schloss.

Die Laudatio von Nils Beckmann

Brief von Ralf Rothmann

Videobotschaft von Adolf Winkelmann:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Videobotschaft von Lina Beckmann und Charly Hübner:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Shortlist 2026

Fünf aktuelle Bücher stehen auf der Shortlist für den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis des Literaturpreis Ruhr 2026. Die Auswahl zeigt die Bandbreite literarischer Formen und Stoffe im diesjährigen Wettbewerb. Wer den Preis im Jubiläumsjahr erhält, gibt die Jury bei der Verleihungsgala am 15. September in Gladbeck bekannt.

Für den Hauptpreis kamen herausragende Titel aus dem Ruhrgebiet und über das Ruhrgebiet infrage, die im Zeitraum vom 1. Mai 2025 bis 30. April 2026 in einem Verlag oder per Selfpublishing erschienen sind. 39 literarische Werke aus unterschiedlichen Genres standen auf der Leseliste der Jury. 

Die nominierten Bücher und deren Autorinnen und Autoren (in alphabetischer Reihenfolge)



Uwe Carow: "Im Dunkeln zu Hause"

Uwe Carow fängt in seinem autobiografisch inspirierten Roman das Lebensgefühl im Ruhrgebiet der siebziger Jahre ein, ohne in übliche Klischees zu verfallen. Ein junger Mann aus einer Bergarbeiterfamilie möchte als Maler die Tristesse seiner Lebenswelt durch Farben überwinden, zweifelt aber an den eigenen künstlerischen Fähigkeiten. Aus unprätentiösen, unaufgeregten Beschreibungen entsteht so ein Ruhrgebietsbild von poetischer Konzentration.

Uwe Carow, geboren in Bochum, hat an der Düsseldorfer Kunstakademie Bildhauerei und an der Ruhruniversität Bochum Kunstgeschichte und Germanistik studiert. Er arbeitet als freier Künstler in Berlin und Potsdam und hat drei Graphic Novels herausgebracht. Für seinen Lyrikband „Station UC“ ist er 2012 mit dem Brandenburgischen Literaturpreis ausgezeichnet worden.



Sarah Jäger: "Das Feuer vergessen wir nicht" 

Sarah Jäger erzählt in ebenso poetischer wie glaubwürdiger Sprache und mit großer Zuneigung zu ihren Figuren von Ari, ihren Lieblingsmenschen Mirjam und Milan und ihrer ersten Liebe: Beim Vorlesen im Altenheim trifft Ari Flint, der nicht ganz so freiwillig dort ist. Als eine Heimbewohnerin vom Streik der Streichholzarbeiterinnen im Jahr 1888 erzählt, stellt sich die 17-Jährige neue Fragen nach der Bedeutung ihres eigenen Lebens. 

Sarah Jäger lebt und arbeitet im Ruhrgebiet, zuerst als Call Center Agentin, später dann als freiberufliche Theaterpädagogin. Seit 2016 ist sie Buchhändlerin. Für ihre Romane wurde sie vielfach für Preise nominiert und ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2025.



Patrik Peyn: "die leere in der orangerie" 

Patrik Peyns Prosagedichte sind Annäherungen an Botanische Gärten größtenteils im Ruhrgebiet und ein origineller Beitrag zum Genre des Nature Writing. Mit Namen, Zitaten, Anspielungen erkunden sie die pflanzlichen Territorien ebenso wie die wilde und zugleich gebändigte Sprache dafür, bis an die unscharfen Ränder des Unsagbaren. Peyns sprachlicher Zugang ist kühn, frisch, modern, philosophisch, verzichtet jedoch auf experimentelle Auswüchse.

Patrik Peyn wurde in Salzgitter geboren. 2024 schloss er sein Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln ab. Im Jahr 2025 belegte er beim Preis für Moorliteratur den ersten Platz. „die leere in der orangerie“ ist sein erster Gedichtband.



Denis Pfabe: "Die Möglichkeit einer Ordnung" 

Mit starken Bildern und unterhaltsamer Sprache erschafft Denis Pfabe einen Mikrokosmos Baumarkt, dem man sich kaum entziehen kann. Lupenreine Helden gibt es nicht, jede Figur ist auf ihre Art gebrochen. Alle ringen um ihren Platz in der Welt, kämpfen mit Digitalisierung und Leistungsdruck – und flüchten sich in Pornografie, Drogen, Affären. Große Themen verhandelt der Roman nebenbei, ohne Anklage oder Urteil: bitterböse und urkomisch.

Denis Pfabe, geboren in Bonn, ist gelernter Kaufmann im Einzelhandel und studierte Medienkommunikation und Journalismus. Im Jahr 2024 erhielt er den Deutschlandfunk-Preis bei den 48. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt. Denis Pfabe lebt in Bonn und fuhr lange Jahre Gabelstapler in einem Baumarkt.



Vera Zischke: "Pina fällt aus" 

Routinen sind wichtig für den 20-jährigen Leo, deswegen bringt seine Mutter Pina ihn jeden Dienstag zu Inge. Als Pina ihn nicht zur üblichen Zeit abholen kommt, sucht Inge Hilfe in der Nachbarschaft. Gezwungenermaßen kümmern sich alle zusammen um Leo. Ein warmherziger Roman, der zeigt, wie viel man erreichen kann, wenn man an einem Strang zieht, und wie gut Gemeinschaft und Solidarität tun. 

Vera Zischke, im Rheinland geboren, ist ausgebildete Journalistin. Sie arbeitet als Zeitungsredakteurin und Schriftstellerin. Ihr Debütroman „Ava liebt noch“ wurde durch Empfehlungen auf Social Media 2025 zum Geheimtipp und Bestseller. Auf Instagram schreibt sie unter @verazischke über ihr Leben als „Tired Writing Mom“, manchmal auch über pflegende Elternschaft. Sie ist Mutter eines autistischen Kinds und lebt mit ihrer Familie in Essen.


Die Jury für den Hauptpreis

Beim Literaturpreis Ruhr gibt es zwei verschiedene Jurys für die beiden Kategorien. Beide Jurys sind seit diesem Jahr mit sieben Personen besetzt.

Die Jurys versammeln Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen des Literaturbetriebs: dem Buchhandel, der Literaturkritik, der Literaturwissenschaft sowie Autor*innen und Preisträger*innen. Auch Mitglieder des Kulturausschusses des RVR sind vertreten. Um eine kontinuierliche Erneuerung zu gewährleisten, wechselt die Zusammensetzung der Jury regelmäßig; kein Mitglied bleibt länger als fünf Jahre im Amt.

Jede Jury entscheidet unabhängig. Um sicherzustellen, dass die in der Satzung festgelegten Rahmenbedingungen eingehalten werden und keine unzulässigen Auswahlkriterien zur Anwendung kommen, ist bei den Jurysitzungen immer ein Mitarbeiter des Literaturbüro Ruhr anwesend.

Der Literaturpreis Ruhr wird das nächste Mal am 15. September 2026 vom Regionalverband Ruhr (RVR) und vom Literaturbüro Ruhr verliehen. 

Foto: privat

Cathrin Brackmann

ist Journalistin, Moderatorin und leidenschaftliche Buchkritikerin. Seit gut zehn Jahren liest und empfiehlt sie Bücher für den WDR, moderiert Lesungen, trifft, interviewt und porträtiert Autoren. An der Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid hat sie sich das professionelle Wissen für ihre besondere Herzensangelegenheit erarbeitet, die Literaturpädagogik für Kinder- und Jugendliteratur. Seitdem besucht sie regelmäßig Schulen und Kindergärten, um den Kindern, egal welchen Alters oder welcher Herkunft, spielerisch Literatur zu vermitteln. Cathrin Brackmann finden Sie immer mit einem Buch vor der Nase oder, z.B. beim Sport, auf dem Ohr.

Foto: Kerstin Zimmermann

Jürgen brôcan

wurde in Göttingen geboren, wo er Germanistik und Europäische Ethnologie studierte, aber seine Heimat ist seit fast drei Jahrzehnten das Ruhrgebiet. Er arbeitet freiberuflich als Autor, Übersetzer und Kritiker, fungiert außerdem als Herausgeber einer Buchreihe und Mitinitiator eines Dortmunder Lyrikfests. Er hat insgesamt rund fünfzig Bücher veröffentlicht, für die er zahlreiche Stipendien und mehrere Preise erhielt, u.a. den Literaturpreis Ruhr 2016. Wenn er sich nicht gerade von Orten im Ruhrgebiet inspirieren lässt, frönt er seinen Leidenschaften: der klassischen Musik und als Buchliebhaber natürlich der Literatur.

Foto: privat

prof. dr. peter goßens

Studium der Komparatistik, Neuere Germanistik und Italianistik in Bonn und Pisa. 1998 Promotion über Paul Celans Ungaretti-Übersetzung; 2011 Habilitation mit einer Arbeit über Weltliteratur. Modelle transnationaler Literaturwahrnehmung im 19. Jahrhundert. Seit 2006 wissenschaftlicher Mitarbeiter (Akademischer Rat) in der Sektion Komparatistik der Ruhr-Universität Bochum. 2017 Ernennung zum Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. Publikationen zu Paul Celan, Giuseppe Ungaretti, Ingeborg Bachmann, Samuel Beckett, Pier Paolo Pasolini, zur deutsch-jüdischen Literatur, zur Wissenschaftsgeschichte, zur Theorie und Geschichte der literarischen Übersetzung.

Foto: privat

Martin Kaysh

lebt im Ruhrgebiet, freiwillig. Er arbeitete schon als Kind und später quer durch die WDR-Wellen als Satiriker und kümmerte sich im ARD-Magazin „Monitor“ um die Glosse. Seit 2008 schrieb er Kolumnen in einem Straßenmagazin, seit 2010 für das SPD-Vereinsblatt Vorwärts. Er bloggte bei den Ruhrbaronen und betreibt mit Correctiv-Chef David Schraven den Podcast „Wir und heute“. Seit 2001 moderiert er in Dortmund den Geierabend, eine jährliche Satireshow, deren Chefautor er auch ist. Er hat Literaturwissenschaften in Essen studiert, abschluss-, aber nicht sinnfrei.

Foto: Bettina Engel-Albustin

Kathrin Olzog

Geboren in Emmerich am Rhein und Ausbildung zur Buchhändlerin in Wesel. Nach Zwischenstationen („fachfremd“ bei einer Softwarefirma und „fachgerecht“ im Buchhandel in Goch und Moers) folgte 2013 mit Gründung der Barbara Buchhandlung in der Moerser Altstadt die Erfüllung eines Herzenswunsches. Die Barbara Buchhandlung, so benannt zur Erinnerung an ihre verstorbene Mutter, wurde 2020 mit dem Sales Award und 2024 mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet.

Foto: Funke Foto Services

jennifer schumacher

ist Journalistin und leitet das Kultur- und Freizeit-Ressort der WAZ. Schreibt seit ihrem 14. Lebensjahr für die Tageszeitung und liest noch länger alles, was ihr vor die Nase kommt. Aufgewachsen im westfälischen Ense, zog es sie 2009 sehr bewusst ins Ruhrgebiet nach Essen: Weil es hier so viel Kultur auf engem Raum gibt wie nirgends sonst auf der Welt. Seit ihre beiden Söhne auf der Welt sind, hat sie ihre Liebe für Kinderbücher wiederentdeckt und freut sich jedes Mal, wenn sie in Jörg Hilberts Büchern Essen und das Revier wiedererkennt.

Foto: Melanie Grande

feridun zaimoglu

lebt seit seinem sechsten Lebensmonat in Deutschland. Er studierte Kunst und Medizin in Kiel, wo er seitdem als Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker arbeitet. Liebt das Ruhrgebiet, sein Roman „Ruß“ spielt hier. Für sein Schreiben wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Walter-Kempowski-Preis 2025. Zuletzt erschien von ihm der Roman „Sohn ohne Vater“.

Die Jury für den Förderpreis

Foto: Camilo Pachón, Stiftung Künstlerdorf

Julienne de muirier  

ist Autorin für Prosa und Dramatik. Sie schrieb u. a. für Produktionen am Theater Oberhausen, Residenztheater München und dem Hessischen Landestheater Marburg. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Entfremdung, dem Leben in der Diaspora und dem Ich. Ihre Prosa wurde in Zeitschriften wie BELLA triste, Das NARR und defrag Zine veröffentlicht. 2022 war sie Teil des Kurator*innenteams für den Band „Neue Töchter Afrikas“ und stand auf der Shortlist des Wortmeldungen-Förderpreises. 2023 schrieb sie für die Produktion „blues in schwarz weiß“ am Residenztheater München und erhielt für ihre Kurzgeschichte „Nachtfahrt“ den Förderpreis des Literaturpreis Ruhr.

Foto: Jörg Bierrenheide | Picture People

Lothar Gräfingholt

lebt in Bochum, wo er 1953 geboren wurde. Verheiratet, ein Sohn. Jura und Publizistik-Studium an der Ruhr-Universität, danach langjährige Tätigkeit im RWE-Konzern als Rechtsanwalt und Geschäftsführer. 1999 bis 2020 CDU-Mitglied im Rat der Stadt Bochum, u. a. im Kulturausschuss und als Fraktionsvorsitzender, 2005 und 2009 CDU-Oberbürgermeisterkandidat, 2005 bis heute Mitglied im Ruhrparlament, u. a. Kulturpolitischer Sprecher; Mitglied im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport des RVR. Schreibt Romane („Die Colliers der Kanzlerin“) und Beiträge in Ruhrgebietsbüchern (u. a. „Ruhr 2100 – Lust auf Zukunft“ in „Ruhrgebiet – Über uns“).

Foto: privat

melih keser

Melih Keser ist Kommunalpolitiker und engagiert sich für soziale Gerechtigkeit, nachhaltige Stadtentwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt im Ruhrgebiet. Als Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen setzt er sich insbesondere für Bildungschancen, Integration und eine lebenswerte urbane Infrastruktur ein. Er ist leidenschaftlicher Leser, der Literatur als wichtigen Zugang zu gesellschaftlichem Dialog und Perspektivenvielfalt versteht. Er gehört dem RVR-Ausschuss für Kultur, Sport, Bildung und Wissenschaft an, von dem er in die Jury entsandt wurde.

Foto: Ivo Mayr | CORRECTIV

lea messerschmidt

hat einen Journalismus-Bachelor in Gelsenkirchen gemacht und studiert im Moment Philosophie und Literatur an der Universität Hamburg. Seit ein paar Jahren organisiert sie für die Jugendredaktion von CORRECTIV den Salon5-Jugendbuchpreis, der junge Perspektiven in der Literatur feiert und diesen eine Bühne gibt. Zudem war sie journalistisch unter anderem für die WAZ und das studentische Magazin „fudder“ der Badischen Zeitung tätig.

Foto: Tobias Heyel

karsten strack

studierte Germanistik und Medienwissen­schaften an der Universität Paderborn. Heute arbeitet er als Geschäfts­führer des Lektora-Verlags und als Künstlerischer Leiter des Literaturbüros Ostwestfalen-Lippe in Detmold. Nebenbei ist er als Dozent für die Bereiche Literatur-, Verlagspraxis und Kulturmanagement an verschiedenen Universitäten tätig. Im Jahr 2012 wurde Karsten Strack die Kulturnadel der Stadt Paderborn verliehen.

Foto: Andreas Fischer

Tilman Strasser  

geboren in München, ist Autor und Kulturkonzepter. Er studierte kreatives Schreiben in Hildesheim und arbeitete für Fernsehproduktionen, Zeitungen und literarische Institutionen. Seit 2011 lebt er in Köln und initiierte u. a. die WG-Lesungsreihe „zwischen/miete nrw“, das interdisziplinäre Lyrikfestival „Satelliten“, die Workshops der „Kölner Schmiede“. Er veröffentlichte den Roman „Hasenmeister“, das Theaterstück „Der Unbeugsame“, das Hörspiel „Der V-Komplex“. Für seine Arbeiten erhielt er Auszeichnungen wie den Hamburger Gast oder das Dieter-Wellershoff-Stipendium.

Foto: privat

Dr. karin yeşilada

ist Interkulturelle Germanistin und seit 2021 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ruhr-Universität Bochum (Sprachdidaktik). Zuvor langjährig als Literaturwissenschaftlerin an den Universitäten Bochum (seit 2015) und Paderborn tätig. Forschungsschwerpunkte: Mehrsprachigkeitsdidaktik, Interkulturelle Germanistik, türkisch-deutsche Literatur und Film, Islam- und Gedächtnisdiskurse in der Einwanderungsgesellschaft. Sie ist außerdem Literatur- und Theaterkritikerin für Print- und Online-Medien sowie Moderatorin für Kulturveranstaltungen.


2025
2024
2023
2022
...